Was kann ich tun, wenn ein Familienmitglied psychisch erkrankt?

Gundula Engel, Vorsitzende ApK Regensburg

Vortrag für den Depressionstrialog medbo Regensburg       

Vorstellung

Meine Tochter bekam mit 13 die Diagnose Psychose aus dem schizophrenen  Formenkreis. Sie war ca.13 Jahre alt  und es dauerte 2 Jahre, bis die Diagnose feststand.

Wie habe ich mich damals verhalten?

Ich möchte Ihnen berichten, was ich vor ca. 25 Jahren getan habe und was ich Ihnen würde heute nach meiner langen Erfahrung mit der Selbsthilfegruppe ( 7 Jahre) raten würde.

Ehrlich, wenn ich die Zeit zurück drehen könnte, ich würde mit meinem heutigen Wissen, ganz anders mit meiner Tochter umgehen. Ich denke, wir hätten uns viel erspart.

Damals, während der ersten Zeit, haben  meine Tochter und ich (Vater und 2 Brüder haben sich zurückgehalten) uns oft und heftig gefetzt. Wir haben viel Zeit vergeudet und uns gegenseitig sehr verletzt. Ich hatte kein Verständnis für ihre spinnige Art. Ich wollte sie ändern, ich wollte die alte Tochter zurück. Ich gab mir keine Mühe, Sie irgendwie zu verstehen. Ich verstand die ganze Situation nicht. Meine Welt war aus den Fugen. Es war für beide Teile ermüdend.

Ich habe mich damals  auf Diskussionen eingelassen, die ständig auf dem gleichen Level waren, wir kamen nicht weiter, traten auf der Stelle und belasteten unser Umfeld. Die belastende Situation wurde langsam schlimmer.

Die Krankheit meiner Tochter nahm auch in meinem Leben immer mehr Raum ein.

 

Was kann ich als Angehöriger tun?

Aber es gibt natürlich nicht den  Angehörigen, denn jeder Betroffene und jede Krankheit ist anders. Es gibt nicht einen Weg, sondern unzählige Wege, wie man sein Kind unterstützen kann.

Nehmen Sie das mit nach Hause, was Sie jetzt anspricht. Meine Ratschläge sind unabhängig von Diagnosen.

  1. Sich umfassend informieren.

    Das hört sich vielleicht etwas lapidar an. Aber ein gut informierter Angehöriger ist gut für den Betroffenen und hilfreich für den Profi. Wenn ein Angehöriger einer Therapie misstraut, kann es den Betroffenen verunsichern und die Beziehung zwischen Profi und Betroffenen stören.  Bitte denken Sie auch an die unbewussten Signale, die sie aussenden. Ich habe damals den Ärzten vertraut. Eine gewisse Verantwortung liegt auch bei dem Profis, die darum ein gutes Verhältnis zu den Angehörigen aufbauen sollten. Das Thema Schweigepflicht möchte ich in diesem Rahmen ausklammern. Es muss nicht immer der behandelnde Arzt sein, der Sie informiert.

     

    Sehr hilfreich ist eine Selbsthilfegruppe, Die werden Sie informieren und trösten, und sie werden sich nicht so allein fühlen. Der Hausarzt,  oder die SPDIs  können Ihnen ebenso helfen.

     

2. Heute würde ich den Angehörigen raten, zu versuchen, mehr Verständnis für den Betroffenen zu haben, seine Wahrnehmungen und  seine Ängste würde ich ernster  nehmen. Ich würde selber nicht so viele Vorschläge  machen und mehr zuhören und die Gemeinsamkeiten herausstellen. Vielleicht kann sich dann eine gemeinsame Basis entwickeln. Das ist aus meiner heutigen Sicht ein langer steiniger Weg. Er hilft aber sehr

3. Die Situation zu akzeptieren. Irgendwann muss man sich eingestehen: Es ist so wie es ist, dagegen anzukämpfen ist sinnlos und kostet nur bei Beiden viel Kraft und Nerven.

4. Um mehr Verständnis zu bekommen würde ich versuchen, viel klarer zwischen den  gesunden und  kranken Anteilen in der Persönlichkeit des Betroffenen zu  unterscheiden. Jeder Betroffene hat auch noch gesunde Anteile. Ich habe damals rundum gekämpft. Heute weiß ich, dass  Diese Unterscheidung sehr hilfreich für den weiteren Umgang mit dem Betroffenen ist. 

5. Diese Unterscheidung kann die Persönlichkeit  stärken. Sie signalisiert Verständnis, Vertrauen und gibt die Möglichkeit, über Hilfsangebote nachzudenken. Dies gibt auch den Angehörigen ein gutes Gefühl. Vielleicht spüren die Betroffenen dann auch, dass sie angenommen werden, sowie sie in dem Moment sind.

6. Ich musste Grenzen setzen. Damals habe ich nicht gewagt, Grenzen zu setzen. Ich war von Schuldgefühlen geplagt und habe nicht gewagt, meine Schwächen und meine  Grenzen zuzugeben. Meine Einstellung war: ich habe keine Zeit für  eigenen Wünsche, ich muss ständig präsent sein und zur Verfügung stehen. Heute würde ich den Angehörigen dringend raten, sich in diesem Fall professionelle Hilfe zu holen. Es ist mein ganz persönliches Anliegen in meiner Arbeit, die Angehörigen in diese Richtung zu führen. Es ist sehr, sehr schwer.

Dieser Punkt:  Grenzen setzen,  ist meiner Meinung nach der Schlüssel für einen offenen, fairen Umgang, um für beide Seiten ein für jeden nach seinem Bedürfnissen und Fähigkeiten akzeptablen respektvollen  Umgang  zu erreichen.

Heute weiß ich, das Informationen mir helfen, zu verstehen, dass die Betroffenen unsäglich leiden, das ich es aber nicht ändern kann. Heute weiß ich, dass sie manches einfach nicht können und daher Sprüche und Ratschläge nicht helfen. Ich weiß, dass ich es nicht ändern kann, sondern dass sie professionelle Hilfe brauchen. Ich weiß aber, dass die Betroffenen  auch mein Verständnis brauchen. Dass sie das Gefühl  brauchen,  ich bin da für sie.

7. Ich muss aber darauf achten dass  ich  ein eigenes Leben habe, denn  Aufopfern ist keine Lösung, für beide nicht.

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Psychiatrietag Vortrag Aufnahme und Entlassung  aus Sicht einer Angehörigen

 

Grüß Gott meine Damen und Herren, mein Name ist Gundula Engel ich bin Mutter einer Tochter, die ca. 10  Jahre psychisch krank war und heute als geheilt gilt. Außerdem bin ich seit 4 Jahren die Vorsitzende des Angehörigen Vereins psychisch Kranker Regensburg. Ich freue mich über die Einladung und dass ich zum Thema Aufnahme –und Entlass Situation aus der Sicht einer Angehörigen zu Ihnen sprechen darf.

Ein Teil meines Berichtes ist sehr persönlich. Ich erlebte meine Tochter damals als sehr krank und möchte den Ausdruck psychisch krank in meinen privaten Ausführungen beibehalten

Weiter habe ich meine Ausführungen ergänzt durch Erfahrungen, die ich durch die Leitung und die Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe, die trialogisch zusammengesetzt ist, gemacht habe.

Aufnahme privater Bericht

Unsere Tochter wurde 1992 als16 jährige zum 1.mal stationär in Würzburg in der Kinder und Jugend Psychiatrie aufgenommen. 1992 gab es so  Einrichtung  in Regensburg noch nicht.

Vor der Erkrankung unserer Tochter  ca. 1990, sie war 14 Jahre alt, waren wir eine ganz normale Familie mit 3 Kindern. Zwei Söhnen, der älteste bei der Bundeswehr, der zweite bereitete sich auf sein Abitur vor und die jüngste unsere Tochter war schwierig Wir dachten sie machte eine schwere Zeit der Pubertät durch.

Ich empfand sie damals als abweisend, in sich gekehrt. Sie versuchte an den Familienaktivitäten nicht mehr teil zu nehmen, es gab Diskussionen, über ihre Kleidung, ihr Aussehen, ihren Umgangston ihr Essverhalten etc . Heute tut mir mein damaliges Verhalten leid. Später erkrankte sie an Bulemie und verletzte sich selbst. Wir als Familie reagierten mit Unverständnis. Die Brüder wandten sich ab. Ich schwankte zwischenÄrger und Sorge hin und her. Später bekam ich Angst und Schuldgefühle. 1990  war die Zeit, der Schuldzuweisung an die Mutter bei einer psych. Erkrankung eines Kindes.

 Prof. Dr. Asmus Finzen Psychiater, Nervenarzt. Wissenschaftspublizist. Ehemals Ltd. Krankenhausarzt in Deutschland (Wunstorf 1975-87) und der Schweiz (Basel bis 2003)

Hat in einem Artikel in derPsychosozialen Umschau Feb.2014   Thema :Die Psychiatrie- eine Zumutung für die Familie ?

 u.a. folgendes geschrieben:

Frieda Fromm –Reichmann hat 1948   den Begriff der schizophrenogenen Mutter geprägt. In den späten sechziger Jahren wurde diese Theorie als falsch erkannt. Aber die Auswirkungen, in denen die Mütter angeschuldigt wurden und sich schuldig fühlten, die Krankheit ihres Kindes ausgelöst  also verschuldet zu haben . waren katastrophal.

Bei unseren Selbsthilfegesprächen am Runden Tisch ist es immer noch ein Thema. Es ist noch längst nicht aus allen Köpfen heraus. Mich hat sie eine Zeit lang stark verunsichert.Ich hatte in allen Bereichen kein Vertrauen zu meinen Entscheidungen.

Weiter im privaten Bericht.

Es gelang uns, das unsere Tochter zu einem Facharzt ging. Sie begann mit einer ambulanten Therapie, ging weiter zur Schule.

Im März 1992 rief der behandelnde Psychiater bei uns daheim  an: Er sprach mit mir, erklärte unsere Tochter ist stark selbstmordgefährdet, und er kann die Verantwortung nicht mehr übernehmen. Er hält  die Einweisung in die Kinder und Jugendpsychiatrie  Würzburg für notwendig. 

Die Einweisung sollte sofort mit einem Krankenwagen  gleich von der Praxis aus, erfolgen. Ich war erschüttert, holte unsere Tochter beim Arzt ab. Ich erklärte dass wir sie selbst in die Klinik fahren und sie nicht allein lassen wollten. Der Arzt riet uns auf gar keinen Fall während der Fahrt  anzuhalten.  Eine Autofahrt mit einem psychisch Kranken ist gefährlich. Wir sollten die Zentralverriegelung einschalten. Dann sprach er noch einmal alleine mit unserer Tochter. Ich denke zu diesem Zeitpunkt begann schon die behutsame Einweisung in die psychiatrische Klinik.

Auf der Fahrt nach Würzburg wurde mir zum ersten Mal klar- unsere Tochter ist schwer krank. Erst jetzt realisierte ich die Bedeutung des Rates auf der Fahrt nicht anzuhalten. Ich dachte an die zurückliegenden 2 Jahre, die für alle schwierig waren. Unser ganzes Leben wird sich ändern. Nichts ist mehr wie zuvor Pläne und Wünsche haben keine Bedeutung mehr. Es war eine traurige Fahrt. Wir verfuhren uns in Würzburg, kamen sehr spät in der Klinik an und waren sehr aufgewühlt.

Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen,  dass auch der Angehörigbei der Aufnahme seines Betroffenen in ein psyh. Kranken in einer Ausnahmesituation ist.

Wenn ich mich heute an die  Aufnahme  unserer Tochter erinnere, denke ich an Ruhe, an einen Raum mit einem großen Aquarium   Die Beleuchtung war gedämpft . Wir schilderten unser Leben mit unserer Tochter vor der Erkrankung, von der langsamen Veränderung und die akuten Schwierigkeiten in der letzten Zeit. Auf meine etwas naive Frage --können Sie unserer Tochter helfen kam die Antwort:  in der Regel ja.

Dieser Satz hat mich jahrelang getröstet aufgebaut und mir Kraft gegeben.  Damals wusste ich noch nicht, dass das nur der Anfang von einer jahrelangen Erkrankung war. Auf der Heimfahrt dachte ich, wenn irgendetwas meiner Tochter helfen kann, dann ist es diese Klinik und diese Ärzte.

Während des langen Klinikaufenthaltes hatten auch die Ärzte irgendwie Zeit für mich. Bedenken Sie die große Entfernung und es gab keine Handys.

Wir sprachen z. B. über Schuld, über Grenzen setzen und unsere familiäre  Lebenssituation. Zu jeder Zeit vertraute ich den Ärzten, den Medikamenten und den Therapien.

Aufnahme Bericht aus Erfahrung

Meiner Erfahrung nach wird die Bedeutung einer Krankenhausaufnahme eines psych. Kranken und später die Entlassung von den Profis  und Therapeuten stark unterschätzt. Dabei kann hier die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung zwischen den möglicher weise uneinsichtigen Kranken, der Klinik und später die  Zusammenarbeit mit dem Angehörigen, geschaffen werden. Vorhandenes Vertrauen begünstigt die Zusammenarbeit aller und ist für die Behandlung und die Therapie unerlässlich. Heute weiß ich, das das Vertrauen der Angehörigen zu den Ärzten ganz entscheidend den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann, denn sie geben das Vertrauen  an den Betroffenen weiter.

Die Einweisung in die psychiatrische Klinik ist für Angehörige und Kranke ein großer Einschnitt.

Sie kann unter dramatischen Bedingungen verlaufen .Der Kranke hat oft keine Krankheitseinsicht, er wehrt sich, wird aggressiv, macht Schuldzuweisungen oder ist nicht ansprechbar. Es ist für  Angehörige und Betroffenen eine beängstigende Situation. Ein psychiatrisches Krankenhaus wird bei vielen Menschen immer noch als unheimlich empfunden. In ein allgemeines Krankenhaus geht man unbelastet. Dazu kommt die Angst der Stigmatisierung für den Kranken und für den Angehörigen.

Der Angehörige fühlt sich zuerst erleichtert. Er hat die Hoffnung auf Hilfe und möchte Verantwortung für den Kranken abgeben. Er möchte helfen und nicht stören. Dabei wird er ausgegrenzt, Gespräche werden unter dem Hinweis der Schweigepflicht verweigert. 

Der Angehörige erkennt seine Hilflosigkeit und bekommt  noch mehr Angst. Dabei hofft er auf eine für alle erträgliche Klärung der ungewohnten Situation Er kann diese Situation nicht einordnen, und er weiß nicht, wie er damit umgehen soll.

Wir als Angehörige haben oft das Gefühl nicht richtig wahrgenommen zu werden. Natürlich gibt es Krankenhaus Flyer, es gibt Broschüren, Internet usw. aber bei einer akuten Krankenhauseinweisung ist der Angehörige nicht in der Lage Informationen irgendwie einzusammeln oder zu googeln. Diese Informationen verschafft sich der Angehörige erst später, eventuell auch unter Anleitung der Profis.

Was wäre hilfreich?

Vertrauensbildend wäre, wenn auch der Angehörige von dem aufnehmenden Personal wahrgenommen wird. Kurze Erklärungen wie :

wir kümmern uns erst mal um ihren Kranken, --der Kranke ist hier bei uns gut aufgehoben - Sie können beruhigt nach Hause gehen etc. wären hilfreich. Wenn der Angehörige noch bleiben möchte und es die Situation erlaubt, auch ein Angebot auf einen Sitzplatz, ein Glas Wasser etc. Wichtig wäre später eine  Verabschiedung  und  die Nennung eines Ansprechpartners mit Telefonnummer Außerdem die Aushändigung der Krankenhausmappe, die alle wichtigen, die Station betreffenden Informationen, enthält.

Diese  Art der Einbeziehung des Angehörigen kann von jedem vorgenommen werden.

Es wäre wünschenswert, wenn Ex-Inler oder Peerberater zur Unterstützung des Pflegepersonals zur Verfügung stehen könnten.

Ich sehe die Aufnahme in eine psych. Klinik nicht nur in der akuten Aufnahmesituation,  sondern auch einig Zeit danach. z.B. ein Gesprächsangebot für Fragen des Angehörigen in den nachfolgenden Tagen. Bei dieser Gelegenheit können auch  die Probleme der Schweigepflicht und die Ablehnung des Angehörigen ( falls Notwendig )in Ruhe besprochen werden.

Ich möchte anregen dass wir Angehörige, die Betroffenen und sie als Profis eine Gesprächskultur miteinander entwickeln bei der die Bedürfnisse, Anregungen und Grenzen aller Beteiligten berücksichtigt werden. Nur so können alle Ressourcen die eine trioalogische Zusammenarbeitet bietet genutzt werden. Ich möchte anregen, dass wir den Begriff des „ Angehörigen“ weiter auslegen. Vertrauenspersonen des Betroffenen sowie Freunde, Kollegen etc. können mögliche Ansprechpartner sein.

Wir Angehörigen möchten in der Regel für unseren Kranken sorgen. Um die Therapie zu unterstützen brauchen wir Informationen, was für die Therapie hilfreich oder schädlich ist. Die Schweigepflicht braucht dadurch nicht verletzt zu werden.Diese Informationen helfen uns auch, unsere Alltagsprobleme, die in einer Familie mit einem psychisch Kranken viel stärker sind, als bei Angehörigen eines somatisch Erkrankten besser zu bewältigen. Sie helfen uns, dass wir nicht von den Problemen unseres Betroffenen völlig vereinnahmt werden. Ich denke, Grenzen setzten ist etwas anderes als auszugrenzen. Das gilt für die gesamte trialogische Arbeit. Auch wir Angehörige haben ein eigenes Leben, das wir ohne Schuldgefühle leben möchten

Zur Entlassung Allgemein

Die  Verweildauer der Kranken wird wie allgemein in allen Krankenhäusern kürzer so auch in einer psychiatrischen Klinik. Die  psych. Kranken kehren früher in ihre gewohnte Umgebung zurück, wahrscheinlich nicht als geheilt, aber eingestellt auf Medikamente. Wir alle müssen bei der Entlassung verstärkt darauf achten, wie das aufnehmende Umfeld ( Angehörige Freunde, Kollegen, Wohngemeinschaft etc ) auf die Entlassung vorbereitet ist. Auch wäre eine Zusammenarbeit mit EX-Inler  sicher hilfreich.

Nicht selten geschieht es, dass die Entlassung ohne Vorankündigung erfolgt.

Immer wieder möchte ich auf die Notwendigkeit eines Trialoges hin weisen. Dann kann diese Situation fast nicht eintreten. Durch die gemeinsame Arbeit wird eine Kooperation der Behandlung geschaffen, potentielle Konflikte angesprochen und Ressourcen im Umfeld aktiviert.

Wir Angehörigen  und auch die Betroffenen haben Angst, wie es  nach einer Entlassung weiter gehen wird. Wir sollten über erste Anzeichen eines beginnenden Rückfalls informiert sein. Ein Krisenplan, Krisenpass und/ oder ein Behandlungsvertrag von allen erarbeitet und zusammengestellt, kann eine erste Hilfe sein.

Aus meiner eigenen Erfahrung habe ich einen Rat an die Angehörigen:

In den 20 Jahren, in den ich mich mit der Krankheit meiner Tochter beschäftige, hat sich viel verändert.

Nutzen Sie  alle Möglichkeiten der Information. Gut informierte Angehörige sind eine Stütze für den Betroffenen und können mit seiner und der eigenen Situation besser umgehen.

Weiter sollten Angehörige gut über die verschiedenen Anlaufstellen ( KISS SPDIs Gesundheitsamt, Angehörigenverein etc, die es in Regensburg gibt, informiert sein und dieses Angebot auch nutzen.

Fazit:

Wir alle Betroffene, Profisund Angehörige haben einen großen Einfluss auf den Verlauf, die Verhütung und die Rückfallgefahr einer psychischen Erkrankung. Der positive Einfluss der Angehörigen wird immer noch unterschätzt. Wir Angehörigen kennen unseren Kranken sehr gut. Wir wissen, dass er auch jetzt noch gesunde Anteile in seiner Person hat. Diese zu stärken, ihm mehr Selbstvertrauen zu geben ihm zu helfen, seine Erkrankung anzunehmen und ein selbstbestimmtes Leben zu leben ----dafür ist das Wissen der Angehörigen unerlässlich.

Ich habe versucht die Situation der Angehörigen bei Aufnahme und Entlassung eines Betroffenen zu schildern. Hoffentlich habe ich Sie überzeugen können, dass Sie uns Angehörige als Partner wahrnehmen.

Wir sollten einfach mehr zusammen arbeiten . Dieser Fachtag ist ein guter Anfang)

 


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Bücherliste des Angehörigenvereins:

 

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ISBN

   

Schluß mit dem Eiertanz

3-88414-337-9

Sebastian Deisler   zurück INS Leben

978-3-426-78421-1

Verdammte schöne Welt - Mein Leben mit der Psycho-Pille

3-423-30527-4

Recovery / das Ende der Unheilbarkeit

978-3-88414-783-2

Die Schlangengrube

Bastei - Lübbe 12083

Das Pinelsche Pendel

3884 14287-9

Psychosen 2.Auflage aus dem schizophrenen Formenkreis

978-3-540-43646-1

Schizophrenie ist Scheiße Mama!

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Therapie der Schizophrenie

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Schizophrenie - ein Denkausbruch

978-3-9803103-9-0

Meine Geschichte mit Lepnex / Wie man mit Clazapin umgeht- und warum

10561-002-0503/05

Stigma psychische Krankheit

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IRRE! Wir behandeln die Falschen UnserProblem sind die Normalen

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ICH ODER ICH Die wahre Geschichte eines Mannes der seinen Vater getötet hat

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Auf der Spur des Morgenstern Psychose als Selbstfindung

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Folge dem weißen Kaninchen

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Wenn der Mensch den du liebst, depressiv ist / Wie man ngehörigen o. Fraunden hilft

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Krankheit als Sprache der Seele Be-Deutung und Chance der Krankheitsbilder

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Die Kunst stillzusitzen

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Tel.: 116 117 (keine Vorwahl)

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Vom Vorabend eines Feiertages 18.00 Uhr bis zum nachfolgenden Werktag 8.00 Uhr.

 

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Der ICD- Schlüssel

 

Der ICD-Schlüssel wird in der Medizin zur Systematisierung von Diagnosen benutzt. Die Abkürzung "ICD" steht für International Classification of Diseases (ins Deutsche übersetzt: "Internationale Klassifikation von Krankheiten").

 

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